Frauenarztpraxis

Dr. Volker Heinecke

Inkontinenz - mit uns kann man darüber sprechen!

Inkontinenz ist nicht gleich Inkontinenz! Und warum verliert man Urin, obwohl keine Senkung vorliegt?

Eigentlich spricht man darüber nicht. Trotzdem ist das Problem allgegenwärtig: unwillkürlicher Harnverlust oder auch als Inkontinenz bezeichnet. Dabei betrifft es nicht immer nur ältere Frauen, auch junge Frauen klagen in bestimmten Situationen über entsprechende Probleme. Dabei spielen Geburten, körperliche Belastung und auch schwaches Bindegewebe eine große Rolle.

Manchmal ist aber organisch alles in Ordnung, keine Senkung, keine Geburten, eine sitzende Tätigkeit und trotzdem kommt es zum Harnverlust. Wie kann das sein? Weil Inkontinenz eben nicht gleich Inkontinenz ist. Lassen Sie sich aufklären!

Wenn beim Lachen Urin abgeht.

Kommt es unter körperlicher Belastung des Beckenbodens wie Husten, Niesen, Lachen oder auch beim Treppensteigen oder beim Sport zu unwillkürlichem Harnverlust, so liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Belastungs-Inkontinenz oder auch sog. Stress-Inkontinenz handelt. Dabei kommt es unter großem Druck auf den Beckenboden zu einer Verschiebung des Verschlussapparates, so dass Urin austreten kann.

Bei dieser Form des Harnverlustes sind die anatomischen Verhältnisse nicht mehr optimal, so dass eine operative Korrektur erforderlich ist. Nach Ausschöpfung aller konservativen Maßnahmen wie Muskeltraining, kann eine Bandeinlage oder die Korrektur einer Senkung gute Erfolge bringen.

Wenn die Blase den Takt vorgibt.

Haben Sie auch schon mal eine Busreise unternommen und noch die Worte des Busfahrers vor Reisebeginn in den Ohren, dass alle jetzt nochmals zur Toilette gehen können? Und trotzdem meldet sich kurze Zeit nach Reisebeginn jemand, um zur Toilette gehen zu können. Ein Raunen geht durch den Bus. Der nächste Rastplatz wird angefahren und dann geht erstaunlicherweise nicht nur die betroffene Person, sondern eine weitere gute Anzahl und nutzt ebenfalls nochmal den Halt für einen Gang zur Toilette.

Offensichtlich gibt hier die Blase den Takt vor. Sie gibt den Befehl, sie drängt. Und deshalb nennt man diese Form der Inkontinenz auch Drang-Inkontinenz oder Urge-Inkontinenz. Denn es kann passieren, dass sich die Blase auf dem Weg zur Toilette spontan entleert, ohne dass man den Befehl zum Wasser lassen gegeben hat. Diese Menschen kenne ALLE Toiletten ihrer Umgebung.

Drang-Inkontinenz beruht auf einer Überaktivität des Blasenmuskels und wird am besten medikamentös behandelt. In besonderen Fällen kann eine Botox-Injektion oder auch eine Neuromodulation erforderlich sein. Hier ist ein schrittweises Vorgehen sinnvoll.