Frauenarztpraxis

Dr. Volker Heinecke

Präventive Medizin ist moderne Medizin.

Grundsätzliches

Selbstverständlich ist jede Form der Vorsorge freiwillig und auch die Konsequenzen aus einer Untersuchung sind nur Angebote. Wir verstehen uns als Experten, die Ihnen die Möglichkeit zur Früherkennung anbieten und mit Ihnen die Ergebnisse diskutieren. Dabei vermitteln wir nicht nur die aktuelle Lehrmeinung, sondern auch die Erfahrung von vielen Jahren aktiver Medizin. Dabei klären wir auf, beraten Sie und sprechen auch Empfehlungen aus. Trotzdem ist es Ihnen unbenommen, sich individuell zu entscheiden und Verantwortung zu übernehmen.

Vorsorge oder Früherkennung?

Häufig werden die Begriffe missverständlich benutzt.

Bei der Vorsorge bemüht man sich, dass eine Erkrankung erst gar nicht entsteht. Gute Beispiele dafür sind die Gebärmutterhalskrebs-Impfung oder der Abstrich am Muttermund. Im besten Fall treten keine Erkrankungszeichen auf oder können so frühzeitig entdeckt und behandelt werden, dass es gar nicht erst zur Erkrankung kommt.

Es gibt aber Erkrankungen, wie z.B. der Brustkrebs oder der Blasenkrebs, die man in aller Regel erst entdecken kann, wenn sie sich etabliert haben. Da es für die Behandlung und Prognose entscheidend ist wie ausgedehnt der Befund ist, bemüht man sich, die Veränderung möglichst frühzeitig zu erkennen. Dann spricht man von Früherkennung.

Gebärmutterhalskrebs

Jede Frau ab 20 Jahre hat Anspruch auf die jährliche Abstrichuntersuchung zur Feststellung von Zellveränderungen am Muttermund. Dabei können so frühzeitig Veränderungen festgestellt werden, dass eine Behandlung eingeleitet werden kann, ohne dass Krebs entstanden ist.

Jede Frau zwischen 12 und 17 Jahren hat zudem die Möglichkeit sich gegen Gebärmutterhalskrebs impfen zu lassen. Diese primäre Vorsorge kann dazu führen, dass sich erst gar keine Veränderungen am Muttermund entwickeln können. Frauen, die älter sind als 18 Jahre können sich auch impfen lassen, sollten aber ihr Risikoprofil bedenken und sich um die Kostenübernahme Gedanken machen.

Brustkrebs

Jede Frau ab 30 Jahre hat Anspruch auf die jährliche Tastuntersuchung der Brust. Wir untersuchen die Brust jedoch grundsätzlich bei jeder Frau einmal jährlich, unabhängig vom Alter. Damit wollen wir ein Zeichen setzen und auf die Wichtigkeit der Brustuntersuchung hinweisen.

Zusätzlich empfehlen wir die Teilnahme am Mammographie-Screening ab 50 Jahre.

Die Ultraschall-Untersuchung der Brust kann für jüngere Frauen oder auch für Frauen mit dichtem Drüsengewebe eine sinnvolle Ergänzung der Vorsorge darstellen.

Gebärmutterkörperkrebs

Bösartige Veränderungen im Bereich des Gebärmutterkörpers betreffen die Schleimhaut. Durch eine Abstrichuntersuchung vom Muttermund kann in besonderen Fällen auch eine solche Veränderung entdeckt werden. Typischerweise wird dieser Krebs jedoch durch eine Ausschabung nach Blutungsunregelmäßigkeiten festgestellt.

Eine weitere Möglichkeit um Veränderungen im Gebärmutterkörper festzustellen ist die Ultraschall-Untersuchung des Genitales. Hier können auch, ohne dass Beschwerden/Blutungen aufgetreten sind, frühzeitig auffällige Veränderungen gesehen werden und zu einer  Diagnose führen.

Eierstockkrebs

Bösartige Veränderungen an den Eierstöcken werden meist spät oder nur zufällig entdeckt. Das liegt daran, dass sich die Veränderungen ausgesprochen schnell entwickeln können und lange Zeit kaum Beschwerden machen. Die Tastuntersuchung bei der Krebsvorsorge oder auch der Ultraschall des Genitale können zu diesen Zufallsbefunden führen. Leider gibt es für diese "schwierige" Erkrankung keine wirkliche Vorsorge oder Früherkennung.

Hautkrebs

Im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorge ist auch die Betrachtung der Haut vorgesehen. Unsere Aufgabe ist es, auffällige Bezirke zu erkennen und Sie zur Vorstellung beim Hautarzt zu motivieren.

Darmkrebs

Ab dem 55. Lebensjahr haben Sie die Möglichkeit, eine endoskopische Untersuchung des Dickdarms (Darmspiegelung) vornehmen zu lassen. Die Untersuchung ist eine sehr gute Möglichkeit, Vorstufen einer bösartigen Erkrankung festzustellen oder auch Darmkrebse frühzeitig zu erkennen bevor sie Beschwerden machen. Auch wenn die Vorbereitung zur Untersuchung mit der Reinigung des Darms nicht besonders "attraktiv" ist, so ist doch die Untersuchung selbst völlig schmerzfrei, wenn sie sich für eine "Spritze" entscheiden. Sie schlafen dann zwar nicht, haben aber an die Untersuchung keine Erinnerung mehr. Wie praktisch! Auf alle Fälle sei diese Untersuchung Jedem empfohlen.

Wer die endoskopische Untersuchung nicht wünscht oder erst 50 Jahre alt ist, kann auch den Stuhltest auf verstecktes Blut machen. Nur muss man sich hierbei im Klaren sein, dass diese Untersuchung bei weitem nicht so aussagekräftig ist wie die Darmspiegelung.

Äußeres Genitale und Scheide

Der Scheideneingang ist eher selten von bösartigen Veränderungen betroffen, auch wenn eine gewisse Zunahme zu verzeichnen ist. Da auch hier die Viren des Gebärmutterhalskrebses eine große Rolle spielen, ist die Impfung im Jugendalter umso wichtiger. Ansonsten können durch die Inspektion oder eine Abstrich- und Lupenuntersuchung Veränderungen frühzeitig entdeckt werden.

Blasenkrebs

Bösartige Veränderungen in der Blase kommen häufiger bei Menschen vor, die sich die Haare dunkel färben, allgemein mit Chemikalien umgehen oder rauchen. Sollten Sie ein Risiko haben, so kann man durch eine Urin-Untersuchung sehr zuverlässig Tumorzellen nachweisen. Dies ist umso wichtiger, da der Blasenkrebs lange keine Beschwerden macht und in aller Regel frühzeitig sehr gut zu behandeln ist.